Therapiemöglichkeiten für Kinder
Artikulationsstörungen – Dyslalie
Wenn Laute nicht richtig gebildet werden
Viele Kinder sprechen einzelne Laute im Laufe ihrer Sprachentwicklung zunächst anders aus als Erwachsene. Das gehört zur normalen Entwicklung und ist in einem bestimmten Alter völlig unauffällig.
Bleiben Ausspracheauffälligkeiten jedoch länger bestehen oder erschweren sie die Verständigung, kann eine logopädische Abklärung sinnvoll sein.
Bei einer Artikulationsstörung werden einzelne Laute nicht korrekt gebildet oder ersetzt. Dadurch können Wörter verändert klingen und für andere Menschen schwer verständlich sein.
Eine individuell abgestimmte logopädische Therapie kann Kinder dabei unterstützen, Laute korrekt zu bilden und ihre Aussprache im Alltag sicher anzuwenden.
Kurz erklärt
Eine Artikulationsstörung betrifft die Bildung einzelner Sprachlaute.
Kinder wissen häufig genau, welches Wort sie sagen möchten, können einzelne Laute jedoch noch nicht oder nicht korrekt bilden.
Beispiele können sein:
- Laute werden ersetzt.
- Laute werden ausgelassen.
- Laute werden verzerrt ausgesprochen.
- Einzelne Laute werden an einer anderen Stelle gebildet.
Nicht jede Ausspracheauffälligkeit ist behandlungsbedürftig. Viele Lautentwicklungen gehören zur normalen Sprachentwicklung. Entscheidend sind das Alter des Kindes sowie die Art der Auffälligkeit.
Artikulationsstörung oder phonologische Störung?
Im Alltag wird häufig von einer Artikulationsstörung gesprochen. Tatsächlich können hinter einer unverständlichen Aussprache jedoch unterschiedliche Ursachen stehen.
Bei einer Artikulationsstörung liegt die Schwierigkeit vor allem in der Bildung einzelner Laute.
Daneben gibt es phonologische Störungen. Hier kann das Kind die Laute häufig bilden, verwendet sie jedoch innerhalb des Sprachsystems noch nicht regelgerecht.
Welche Form vorliegt, lässt sich durch eine logopädische Diagnostik feststellen. Diese Unterscheidung ist wichtig, da sich daraus unterschiedliche therapeutische Schwerpunkte ergeben.
Mögliche Ursachen
Hinweis: Die folgenden Ursachen sind Beispiele und treffen nicht auf jedes Kind zu.
Artikulationsauffälligkeiten können unterschiedliche Ursachen haben.
Mögliche Einflussfaktoren sind unter anderem:
- individuelle Unterschiede in der Sprachentwicklung,
- Einschränkungen des Hörvermögens,
- myofunktionelle Auffälligkeiten,
- anatomische Besonderheiten im Mundbereich,
- neurologische Erkrankungen,
- verzögerte Sprachentwicklung.
Nicht immer lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen.
Mögliche Symptome
Eine Artikulationsstörung kann sich unterschiedlich äußern.
Beispielsweise:
- einzelne Laute werden ersetzt,
- Laute werden ausgelassen,
- Laute werden verzerrt ausgesprochen,
- Wörter sind schwer verständlich,
- andere Personen fragen häufig nach,
- das Kind vermeidet bestimmte Wörter,
- das Kind wird außerhalb der Familie schlechter verstanden.
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Manche Kinder haben nur bei einzelnen Lauten Schwierigkeiten, andere sind insgesamt schwer verständlich.
Wann sollte eine Abklärung erfolgen?
Nicht jede fehlerhafte Aussprache bedeutet automatisch, dass eine Therapie notwendig ist.
Eine logopädische Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn
- Ihr Kind über einen längeren Zeitraum schwer verständlich spricht,
- bestimmte Laute deutlich länger fehlen als erwartet,
- die Verständigung im Alltag eingeschränkt ist,
- Kinderärztinnen, Kinderärzte, Erzieherinnen oder Erzieher Auffälligkeiten beobachten,
- Ihr Kind selbst unter seiner Aussprache leidet oder sich deshalb zurückzieht.
Gemeinsam mit Ihnen beurteilen wir, ob eine logopädische Behandlung sinnvoll ist oder ob die Sprachentwicklung zunächst weiter beobachtet werden sollte.
Diagnostik
Zu Beginn führen wir ein ausführliches Gespräch mit den Eltern und lernen Ihr Kind in einer entspannten Atmosphäre kennen.
Je nach Fragestellung beurteilen wir unter anderem:
- die Aussprache einzelner Laute,
- die Verständlichkeit im Gespräch,
- die Mundmotorik,
- die Zungenbeweglichkeit,
- die Lippenfunktion,
- die Atmung,
- das Sprachverständnis,
- den Wortschatz,
- die grammatikalische Entwicklung.
Je nach Alter und Fragestellung setzen wir standardisierte Diagnostikverfahren wie den PLAKSS oder eigene Screenings in Anlehnung an etablierte Verfahren ein. So können wir die Aussprache differenziert beurteilen und den Therapieverlauf nachvollziehbar dokumentieren.
Therapie
Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache der Auffälligkeit.
Unser Ziel ist nicht, dass ein Laut ausschließlich in der Therapiesituation korrekt gesprochen wird.
Viel wichtiger ist es, dass Ihr Kind die neu erlernten Laute selbstverständlich im Alltag verwendet – beim Spielen, zu Hause, im Kindergarten und später in der Schule.
Die Therapie erfolgt altersgerecht, spielerisch und orientiert sich an den Interessen Ihres Kindes.
Je nach Befund können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.
Hierzu gehören beispielsweise:
- das Erarbeiten einzelner Laute,
- die Übertragung in Silben, Wörter und Sätze,
- die Anwendung im freien Sprechen,
- die Förderung der Hörwahrnehmung,
- die Unterstützung der Mundmotorik, wenn dies erforderlich ist.
Dabei überprüfen wir regelmäßig die Fortschritte und passen die Therapie an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Eine erfolgreiche Therapie endet nicht nach 45 Minuten.
Kinder lernen Sprache vor allem im Alltag.
Deshalb beziehen wir Eltern aktiv in die Therapie ein und geben alltagstaugliche Anregungen, wie die sprachliche Entwicklung ohne Leistungsdruck unterstützt werden kann.
Unser Ziel ist es, dass Sprache Freude macht und sich die neu erlernten Fähigkeiten ganz selbstverständlich im Alltag festigen.
Was können Eltern selbst tun?
Eltern können die Aussprache ihres Kindes unterstützen, indem sie im Alltag ein gutes Sprachvorbild sind.
Dabei gilt:
- Sprechen Sie deutlich und ruhig.
- Wiederholen Sie Wörter korrekt, ohne Ihr Kind ständig zu verbessern.
- Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit zum Sprechen.
- Schaffen Sie viele Gelegenheiten für Gespräche.
- Lesen Sie gemeinsam Bilderbücher.
- Freuen Sie sich über sprachliche Fortschritte – auch über kleine.
Nicht sinnvoll ist es hingegen, Laute dauerhaft isoliert üben zu lassen oder das Kind ständig auf Fehler hinzuweisen. Welche Übungen zu Hause sinnvoll sind, besprechen wir individuell im Rahmen der Therapie.
Häufig gestellte Fragen
Verwächst sich eine Artikulationsstörung von allein?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Lautauffälligkeiten gehören zur normalen Sprachentwicklung und verschwinden mit der Zeit. Andere bleiben bestehen und sollten logopädisch abgeklärt werden.
Sollte ich mein Kind ständig verbessern?
Nein. Häufig ist es hilfreicher, das Wort korrekt zu wiederholen und Ihrem Kind damit ein gutes Sprachmodell anzubieten, anstatt Fehler direkt zu korrigieren.
Kann eine Zahnfehlstellung die Aussprache beeinflussen?
Ja. Veränderungen der Zahnstellung oder des Kiefers können Auswirkungen auf die Lautbildung haben. Deshalb arbeiten wir bei Bedarf eng mit Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden zusammen.
Muss mein Kind zu Hause täglich üben?
Kurze, spielerische Übungsphasen im Alltag sind häufig sinnvoller als lange Trainingseinheiten. Welche Übungen geeignet sind, besprechen wir gemeinsam und stimmen sie individuell auf Ihr Kind ab.
Unser Qualitätsversprechen
Eine verständliche Aussprache entwickelt sich Schritt für Schritt.
Wir begleiten Kinder mit Geduld, Freude und einer individuell abgestimmten Therapie.
Dabei legen wir besonderen Wert auf:
- eine sorgfältige Diagnostik,
- spielerische und motivierende Therapie,
- evidenzbasierte Behandlungsverfahren,
- eine enge Zusammenarbeit mit Eltern,
- den Austausch mit Kindergärten, Schulen und – bei Bedarf – Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden,
- eine alltagsnahe Übertragung der Therapieziele.
Unser Ziel ist nicht nur die korrekte Bildung einzelner Laute, sondern eine sichere und selbstverständliche Kommunikation im Alltag.
Sprachentwicklungsstörung (SES)
Wenn Sprache sich anders entwickelt
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Manche Kinder sprechen früh ihre ersten Wörter, andere benötigen etwas mehr Zeit. Unterschiede in der Sprachentwicklung sind zunächst völlig normal.
Manchmal zeigen sich jedoch Auffälligkeiten, die über eine normale Entwicklungsvariante hinausgehen. Kinder verstehen Sprache nur eingeschränkt, finden nur wenige Wörter, bilden deutlich kürzere Sätze als Gleichaltrige oder haben Schwierigkeiten, sich verständlich auszudrücken.
In diesen Fällen kann eine Sprachentwicklungsstörung (SES) vorliegen.
Eine Sprachentwicklungsstörung betrifft nicht nur das Sprechen. Je nach Ausprägung können verschiedene Bereiche der Sprache betroffen sein, beispielsweise das Sprachverständnis, der Wortschatz, die Grammatik oder die Fähigkeit, Gespräche zu führen.
Eine frühzeitige Diagnostik und individuell abgestimmte logopädische Therapie können dazu beitragen, die sprachliche Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und die kommunikativen Fähigkeiten des Kindes zu fördern.
Kurz erklärt
Eine Sprachentwicklungsstörung bedeutet, dass sich Sprache nicht altersentsprechend entwickelt.
Betroffen sein können unter anderem:
- das Sprachverständnis,
- der Wortschatz,
- die Grammatik,
- die Satzbildung,
- das Erzählen,
- die Aussprache,
- die Kommunikation im Alltag.
Nicht jedes Kind zeigt dieselben Auffälligkeiten. Deshalb steht am Anfang jeder Behandlung eine sorgfältige Diagnostik.
Wie entwickelt sich Sprache?
Die Sprachentwicklung beginnt bereits lange bevor Kinder ihre ersten Wörter sprechen.
Schon Säuglinge nehmen Sprache wahr, unterscheiden Stimmen und beginnen, Laute nachzuahmen. Schritt für Schritt entwickeln sich daraus Wörter, Sätze und schließlich komplexe sprachliche Fähigkeiten.
Der Zeitpunkt einzelner Entwicklungsschritte kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein. Deshalb bedeutet eine langsamere Sprachentwicklung nicht automatisch, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt.
Entscheidend ist die Gesamtentwicklung des Kindes sowie die Einschätzung durch Kinderärztinnen und Kinderärzte und gegebenenfalls eine logopädische Diagnostik.
Mögliche Ursachen
Wichtiger Hinweis: Die folgenden Ursachen sind Beispiele. Nicht bei jedem Kind lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen.
Die Sprachentwicklung wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst.
Mögliche Ursachen oder begünstigende Faktoren können beispielsweise sein:
- familiäre Veranlagung,
- Hörstörungen,
- neurologische Erkrankungen,
- genetische Syndrome,
- Frühgeburtlichkeit,
- Entwicklungsstörungen,
- Beeinträchtigungen der Wahrnehmung,
- Mehrfachbehinderungen.
In vielen Fällen entwickelt sich eine Sprachentwicklungsstörung jedoch ohne eindeutig feststellbare Ursache.
Mögliche Symptome
Je nach Alter können sich unterschiedliche Auffälligkeiten zeigen.
Mögliche Hinweise sind beispielsweise:
- verspäteter Sprechbeginn,
- geringer Wortschatz,
- Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache,
- kurze oder unvollständige Sätze,
- auffällige Grammatik,
- Schwierigkeiten beim Erzählen,
- häufiges Nachfragen,
- Probleme beim Merken neuer Wörter,
- Missverständnisse im Alltag,
- Schwierigkeiten im Kindergarten oder in der Schule.
Nicht jedes Kind zeigt alle diese Merkmale. Manche Kinder verstehen Sprache gut, haben jedoch Schwierigkeiten, eigene Sätze zu bilden. Andere sprechen viel, verwenden jedoch eine für das Alter auffällige Grammatik oder einen eingeschränkten Wortschatz.
Wann sollte eine sprachliche Entwicklung abgeklärt werden?
Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind einfach etwas mehr Zeit benötigt oder ob eine logopädische Untersuchung sinnvoll ist.
Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine kinderärztliche und logopädische Abklärung empfohlen werden kann.
Beispielsweise wenn:
- Ihr Kind deutlich weniger spricht als Gleichaltrige,
- Sprache häufig nicht verstanden wird,
- Ihr Kind einfache Aufforderungen nicht versteht,
- der Wortschatz nur langsam wächst,
- kaum Zwei- oder Mehrwortsätze entstehen,
- Sie als Eltern das Gefühl haben, dass die Sprachentwicklung stagniert,
- Erzieherinnen oder Erzieher Auffälligkeiten beobachten,
- die Verständigung im Alltag zunehmend erschwert ist.
Grundsätzlich gilt: Wenn Eltern sich Sorgen um die Sprachentwicklung ihres Kindes machen, ist eine frühzeitige Beratung sinnvoll. Eine logopädische Diagnostik schafft Klarheit und kann helfen, den weiteren Unterstützungsbedarf einzuschätzen.
Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen
Jedes Kind entwickelt Sprache auf seine eigene Weise. Deshalb nehmen wir uns Zeit, die sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes umfassend kennenzulernen.
Am Beginn jeder Therapie steht eine sorgfältige Diagnostik. Sie bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte Therapieplanung und hilft dabei, die Stärken Ihres Kindes ebenso zu erkennen wie Bereiche, in denen Unterstützung sinnvoll sein kann.
Unser Ziel ist es nicht, Kinder miteinander zu vergleichen, sondern die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes möglichst genau zu erfassen und gemeinsam mit Ihnen passende Förderziele zu entwickeln.
Das Erstgespräch
Zu Beginn führen wir ein ausführliches Gespräch mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen.
Dabei interessieren uns unter anderem:
- Wie verlief die bisherige Sprachentwicklung?
- Welche Sorgen haben Sie als Eltern?
- Wie verständigt sich Ihr Kind im Alltag?
- Welche Stärken beobachten Sie?
- Gibt es Auffälligkeiten im Kindergarten oder in der Schule?
- Liegen bereits ärztliche oder pädagogische Befunde vor?
- Bestehen Hörstörungen oder andere Erkrankungen?
- Welche Sprachen werden zu Hause gesprochen?
Dieses Gespräch hilft uns, die Entwicklung Ihres Kindes besser einzuordnen und die Diagnostik individuell anzupassen.
Spielerische Diagnostik
Kinder lernen und kommunizieren am besten in einer angenehmen und altersgerechten Umgebung.
Deshalb gestalten wir die Diagnostik möglichst spielerisch und orientieren uns an den Interessen und Fähigkeiten Ihres Kindes.
Je nach Alter und Fragestellung beurteilen wir unter anderem:
- Sprachverständnis,
- Wortschatz,
- Grammatik,
- Satzbildung,
- Aussprache,
- Erzählfähigkeit,
- Mundmotorik,
- Kommunikation im Spiel,
- Aufmerksamkeit und Mitarbeit.
Uns ist wichtig, dass sich Ihr Kind während der Untersuchung wohlfühlt und ohne Leistungsdruck zeigen kann, welche Fähigkeiten bereits vorhanden sind.
Standardisierte Testverfahren
Je nach Fragestellung setzen wir ergänzend standardisierte Testverfahren ein.
Diese helfen uns dabei, die sprachliche Entwicklung objektiv einzuschätzen und den Therapieverlauf nachvollziehbar zu dokumentieren.
Welche Testverfahren eingesetzt werden, richtet sich nach Alter, Fragestellung und Entwicklungsstand des Kindes.
Die Ergebnisse werden anschließend ausführlich mit Ihnen besprochen und verständlich erklärt.
Ganzheitliche Betrachtung
Sprache entwickelt sich nicht isoliert.
Deshalb betrachten wir immer das gesamte Kind.
Dabei berücksichtigen wir unter anderem:
- die allgemeine Entwicklung,
- Spielverhalten,
- Aufmerksamkeit,
- Motorik,
- soziale Fähigkeiten,
- Hörvermögen,
- familiäre Situation,
- Kindergarten oder Schule.
Nur wenn alle diese Bereiche berücksichtigt werden, kann eine Therapie entstehen, die wirklich zu Ihrem Kind passt.
Zusammenarbeit mit Eltern
Sie kennen Ihr Kind am besten.
Deshalb verstehen wir Eltern als wichtige Partner im therapeutischen Prozess.
Regelmäßige Gespräche gehören für uns selbstverständlich zur Therapie.
Gemeinsam besprechen wir:
- den aktuellen Entwicklungsstand,
- Therapiefortschritte,
- Fragen aus dem Familienalltag,
- Möglichkeiten zur sprachlichen Förderung zu Hause,
- neue Therapieziele.
Dabei möchten wir Ihnen keine zusätzlichen Aufgaben aufgeben, sondern alltagstaugliche Ideen vermitteln, die sich ohne großen Aufwand in den Familienalltag integrieren lassen.
Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule
Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages im Kindergarten oder in der Schule.
Mit Ihrem Einverständnis arbeiten wir deshalb gerne mit Erzieherinnen, Erziehern, Lehrkräften sowie weiteren beteiligten Fachpersonen zusammen.
Der fachliche Austausch kann dazu beitragen, die sprachliche Förderung im Alltag sinnvoll zu unterstützen und gemeinsame Ziele abzustimmen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Je nach Fragestellung arbeiten wir eng mit verschiedenen Fachrichtungen zusammen.
Hierzu gehören unter anderem:
- Kinderärztinnen und Kinderärzte,
- Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen und -Ärzte,
- Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden,
- Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten,
- Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten,
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten,
- Kindergärten,
- Schulen.
Bei Bedarf stimmen wir diagnostische und therapeutische Maßnahmen gemeinsam ab, um Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen.
Eltern müssen nicht alles allein schaffen
Viele Eltern erleben die Zeit bis zur Diagnose oder während der Therapie als belastend.
Fragen wie:
„Haben wir etwas übersehen?“
„Hätten wir früher kommen müssen?“
„Haben wir etwas falsch gemacht?“
begegnen uns in der Praxis häufig.
In den meisten Fällen gibt es darauf keine einfache Antwort.
Sprachentwicklung wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Entscheidend ist nicht die Suche nach Schuld, sondern der Blick nach vorne.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen herauszufinden, welche Unterstützung Ihr Kind benötigt und wie wir seine sprachliche Entwicklung bestmöglich fördern können.
Wir behandeln nicht nur Sprachauffälligkeiten – wir begleiten Kinder in ihrer Entwicklung und Eltern auf diesem Weg.
Standardisierte Diagnostik
Um die sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes möglichst differenziert einschätzen zu können, setzen wir – je nach Alter und Fragestellung – standardisierte Testverfahren ein.
Hierzu gehören unter anderem:
- PDSS (Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen)
- AWST-R (Aktiver Wortschatztest)
- SETK (Sprachentwicklungstest für Kinder)
Ergänzend arbeiten wir mit praxisinternen Screenings, die sich unter anderem an etablierten Verfahren wie TROG und PLAKSS orientieren. Dadurch können wir gezielt Fragestellungen aus dem Praxisalltag aufgreifen und die Diagnostik individuell ergänzen.
Welche Verfahren eingesetzt werden, richtet sich immer nach Alter, Entwicklungsstand und Fragestellung. Nicht jedes Kind benötigt dieselben Testverfahren.
Die Ergebnisse besprechen wir anschließend ausführlich mit Ihnen und erklären verständlich, welche sprachlichen Stärken bereits vorhanden sind und in welchen Bereichen eine Unterstützung sinnvoll sein kann.
Wie fördern wir Sprache?
Kinder lernen Sprache nicht durch Auswendiglernen.
Sie lernen Sprache durch Erleben.
Deshalb gestalten wir unsere Therapie möglichst alltagsnah, spielerisch und individuell auf die Interessen und Fähigkeiten Ihres Kindes abgestimmt.
Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Übungen durchzuführen, sondern Lernsituationen zu schaffen, in denen Sprache mit Freude erlebt und angewendet werden kann.
Dabei orientieren wir uns am aktuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes und fördern sprachliche Fähigkeiten Schritt für Schritt.
Individuelle Therapie
Jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit.
Deshalb gibt es bei uns keinen festen Therapieplan, der für alle Kinder gleich aussieht.
Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir individuelle Therapieziele.
Diese können beispielsweise sein:
- den Wortschatz erweitern,
- Sprache besser verstehen,
- längere Sätze bilden,
- grammatikalische Strukturen entwickeln,
- deutlicher sprechen,
- mehr Freude an Kommunikation gewinnen,
- sprachliche Sicherheit im Kindergarten oder in der Schule stärken.
Die Therapie wird regelmäßig überprüft und an die Entwicklung Ihres Kindes angepasst.
Spielerisches Lernen
Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn sie Freude am Lernen haben.
Deshalb arbeiten wir mit altersgerechten Materialien, Spielen und Alltagssituationen.
Sprache entsteht nicht isoliert.
Sie entwickelt sich im gemeinsamen Handeln, Spielen, Erzählen und Erleben.
Aus diesem Grund gestalten wir unsere Therapie abwechslungsreich und orientieren uns an den Interessen Ihres Kindes.
Zusammenarbeit mit Eltern
Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen eines Kindes.
Deshalb verstehen wir die Zusammenarbeit mit Ihnen als festen Bestandteil der Therapie.
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und besprechen regelmäßig:
- den Therapieverlauf,
- neue Entwicklungsschritte,
- alltagstaugliche Fördermöglichkeiten,
- Herausforderungen im Familienalltag,
- die nächsten Therapieziele.
Unser Ziel ist es nicht, Ihnen zusätzliche Aufgaben zu geben.
Wir möchten Ihnen vielmehr Anregungen vermitteln, wie Sprache ganz selbstverständlich in den Alltag integriert werden kann.
Sprachentwicklung findet nicht nur in der Therapie statt
Ein Kind verbringt in der Regel 45 Minuten pro Woche in der logopädischen Therapie.
Den größten Teil seiner Zeit verbringt es jedoch mit seiner Familie, im Kindergarten oder in der Schule.
Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass therapeutische Inhalte auch außerhalb der Praxis sinnvoll umgesetzt werden können.
Mit Ihrem Einverständnis arbeiten wir eng mit Kindergärten, Schulen sowie den behandelnden Kinderärztinnen und Kinderärzten und weiteren beteiligten Fachpersonen zusammen.
Gemeinsam schaffen wir möglichst gute Voraussetzungen für die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes.
Was uns wichtig ist
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
Unser Ziel ist nicht, Kinder miteinander zu vergleichen, sondern sie individuell auf ihrem Entwicklungsweg zu begleiten.
Gemeinsam mit den Eltern entwickeln wir eine Therapie, die sich an den Stärken, Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes orientiert.
Sprache soll Freude machen. Deshalb gestalten wir unsere Therapie alltagsnah, individuell und mit viel Wertschätzung für die Persönlichkeit jedes Kindes.
Was können Eltern selbst tun?
Eltern fragen uns häufig:
„Wie kann ich mein Kind zu Hause unterstützen?“
Diese Frage lässt sich nicht mit einer allgemeinen Übung beantworten. Jedes Kind entwickelt Sprache unterschiedlich und benötigt individuelle Unterstützung.
Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, Sprache im Alltag ganz selbstverständlich zu fördern.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu üben oder den Familienalltag in eine Therapiesituation zu verwandeln. Viel wichtiger ist es, Sprache in alltägliche Situationen einzubinden und Ihrem Kind ausreichend Gelegenheiten zum Zuhören, Verstehen und Sprechen zu geben.
Sprache entsteht im Alltag
Kinder lernen Sprache nicht nur in der Therapie.
Sie lernen Sprache,
- beim gemeinsamen Frühstück,
- beim Einkaufen,
- beim Spielen,
- beim Vorlesen,
- beim Backen,
- auf dem Spielplatz,
- beim Anziehen,
- beim Kuscheln,
- beim gemeinsamen Erleben.
All diese Situationen bieten zahlreiche Möglichkeiten, Sprache ganz natürlich zu fördern.
Geben Sie Ihrem Kind Zeit
Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung benötigen häufig etwas mehr Zeit, um Sprache zu verstehen oder eigene Äußerungen zu formulieren.
Versuchen Sie deshalb, Antworten nicht vorwegzunehmen oder Sätze Ihres Kindes sofort zu vervollständigen.
Eine kurze Pause kann Ihrem Kind helfen, eigene Wörter oder Sätze selbst zu finden.
Interesse statt Abfragen
Kinder lernen Sprache besser in einem echten Gespräch als durch ständiges Abfragen.
Anstelle von:
„Welche Farbe hat das Auto?“
kann beispielsweise eine Aussage wie
„Das ist ein rotes Auto. Es fährt ganz schnell.“
oft hilfreicher sein.
So erlebt Ihr Kind Sprache im Zusammenhang und ohne Leistungsdruck.
Sprache darf Spaß machen
Lachen, Spielen, Geschichten erzählen oder gemeinsam Bilderbücher anschauen sind oft wertvoller als lange Übungsphasen.
Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn Sprache mit positiven Erlebnissen verbunden ist.
Was Eltern nicht leisten müssen
Viele Eltern setzen sich selbst unter Druck.
Sie möchten möglichst alles richtig machen und haben Sorge, etwas zu versäumen.
Diese Sorge begegnet uns in unserer täglichen Arbeit häufig.
Deshalb möchten wir Ihnen etwas Wichtiges mitgeben:
Sie müssen nicht zur Therapeutin oder zum Therapeuten Ihres Kindes werden.
Ihre wichtigste Aufgabe ist es, Mutter oder Vater zu sein.
Wir begleiten Sie dabei, sprachfördernde Situationen im Alltag zu erkennen und geben Ihnen individuelle Anregungen, die zu Ihrem Familienleben passen.
Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule
Sprache entwickelt sich überall dort, wo Kinder miteinander kommunizieren.
Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen besonders wichtig.
Mit Ihrem Einverständnis tauschen wir uns gerne mit den pädagogischen Fachkräften aus, um gemeinsame Ziele zu entwickeln und die sprachliche Förderung möglichst gut aufeinander abzustimmen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Übungen durchzuführen, sondern Ihrem Kind in allen Lebensbereichen ähnliche Unterstützung zu ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen
Mein Kind spricht später als andere Kinder. Ist das automatisch eine Sprachentwicklungsstörung?
Nein. Kinder entwickeln Sprache unterschiedlich schnell. Ein späterer Sprechbeginn bedeutet nicht automatisch, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Bestehen Unsicherheiten, kann eine kinderärztliche und logopädische Abklärung helfen, die Entwicklung besser einzuordnen.
Muss ich mit meinem Kind jeden Tag üben?
Nicht unbedingt.
Viel wichtiger als lange Übungseinheiten sind sprachreiche Alltagssituationen.
Welche Übungen sinnvoll sind, besprechen wir individuell mit Ihnen im Rahmen der Therapie.
Soll ich mein Kind verbessern, wenn es Wörter falsch ausspricht?
In den meisten Situationen ist es hilfreicher, das Gesagte Ihres Kindes korrekt zu wiederholen, anstatt es direkt zu korrigieren.
Beispiel:
Kind:
„Da fährt ein Ato.“
Eltern:
„Ja, da fährt ein Auto.“
So hört Ihr Kind das richtige Sprachmodell, ohne dass das Gespräch unterbrochen wird.
Kann Mehrsprachigkeit eine Sprachentwicklungsstörung verursachen?
Nein.
Mehrsprachigkeit allein verursacht keine Sprachentwicklungsstörung.
Kinder können selbstverständlich mehrsprachig aufwachsen.
Besteht tatsächlich eine Sprachentwicklungsstörung, zeigt sie sich in der Regel in allen gesprochenen Sprachen.
Die Diagnostik berücksichtigt deshalb immer auch die sprachliche Situation Ihres Kindes.
Wie lange dauert eine logopädische Therapie?
Die Dauer der Therapie richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen Ihres Kindes, den Therapiezielen sowie dem Entwicklungsverlauf.
Gemeinsam überprüfen wir regelmäßig die Fortschritte und passen die Therapie entsprechend an.
Unser Qualitätsversprechen
Die sprachliche Entwicklung eines Kindes verdient Zeit, Aufmerksamkeit und eine individuelle Begleitung.
Deshalb legen wir besonderen Wert auf:
- eine sorgfältige Diagnostik,
- eine individuelle Therapieplanung,
- spielerische und alltagsnahe Förderung,
- eine enge Zusammenarbeit mit Eltern,
- den Austausch mit Kindergärten und Schulen,
- interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie weiteren Fachrichtungen,
- regelmäßige Fort- und Weiterbildungen unseres Teams,
- eine wertschätzende und ressourcenorientierte Begleitung jedes Kindes.
Für uns steht nicht die Diagnose im Mittelpunkt, sondern das Kind mit seiner Persönlichkeit, seinen Stärken und seinen Entwicklungsmöglichkeiten.
Quellen und fachliche Grundlagen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine kinderärztliche oder logopädische Beratung.
Unsere Inhalte orientieren sich unter anderem an:
- den Heilmittel-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA),
- aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur kindlichen Sprachentwicklung,
- evidenzbasierten logopädischen Therapieansätzen,
- aktueller sprachtherapeutischer Fachliteratur.
Die therapeutische Arbeit in unserer Praxis wird durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ergänzt. Im Bereich der kindlichen Sprachentwicklung fließen unter anderem Inhalte der Sprachentwicklungstherapie nach Barbara Zollinger in unsere therapeutische Arbeit ein, sofern dies im individuellen Fall sinnvoll und geeignet ist.
Sprachentwicklungsverzögerung (SEV)
Wenn Sprache später beginnt – aber sich weiterentwickelt
Kinder entwickeln Sprache unterschiedlich schnell. Manche sprechen ihre ersten Wörter sehr früh, andere benötigen mehr Zeit. Eine langsamere Sprachentwicklung bedeutet nicht automatisch, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt.
Von einer Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) spricht man, wenn sich die sprachliche Entwicklung langsamer als erwartet entwickelt, das Kind jedoch grundsätzlich die gleichen Entwicklungsschritte durchläuft wie andere Kinder – nur zu einem späteren Zeitpunkt.
Im Unterschied zu einer Sprachentwicklungsstörung kann sich eine Sprachentwicklungsverzögerung im Verlauf deutlich aufholen. Ob dies der Fall ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand des Alters oder einzelner sprachlicher Auffälligkeiten beurteilen. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik besonders wichtig.
Kurz erklärt
Bei einer Sprachentwicklungsverzögerung entwickelt sich Sprache langsamer als bei gleichaltrigen Kindern.
Das kann beispielsweise betreffen:
- den Wortschatz,
- die Satzbildung,
- das Sprachverständnis,
- die Grammatik,
- die Kommunikation im Alltag.
Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell. Entscheidend ist daher nicht ein einzelner Entwicklungsschritt, sondern die gesamte sprachliche Entwicklung.
Sprachentwicklungsverzögerung oder Sprachentwicklungsstörung?
Diese Frage beschäftigt viele Eltern.
Beide Begriffe werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Situationen.
Eine Sprachentwicklungsverzögerung bedeutet, dass sich Sprache langsamer entwickelt als erwartet.
Eine Sprachentwicklungsstörung beschreibt hingegen eine deutlich beeinträchtigte Sprachentwicklung, die sich nicht allein durch ein langsameres Entwicklungstempo erklären lässt.
Welche Einordnung im Einzelfall zutrifft, kann erst nach einer umfassenden Diagnostik erfolgen.
Deshalb verzichten wir bewusst auf vorschnelle Einschätzungen und betrachten jedes Kind individuell.
Mögliche Ursachen
Wichtiger Hinweis: Nicht bei jedem Kind lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen. Die folgenden Beispiele dienen der Orientierung.
Eine Sprachentwicklungsverzögerung kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden.
Beispiele sind:
- individuelle Entwicklungsunterschiede,
- vorübergehende Hörbeeinträchtigungen,
- Frühgeburtlichkeit,
- häufige Mittelohrentzündungen,
- Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen,
- neurologische oder genetische Faktoren.
In vielen Fällen entwickelt sich Sprache zunächst langsamer, ohne dass eine einzelne Ursache festgestellt werden kann.
Mögliche Symptome
Je nach Alter können unterschiedliche Auffälligkeiten beobachtet werden.
Mögliche Hinweise sind beispielsweise:
- später Beginn der gesprochenen Sprache,
- kleiner Wortschatz,
- wenige Zwei- oder Mehrwortsätze,
- vereinfachte Satzstrukturen,
- eingeschränkte Grammatik,
- Schwierigkeiten beim Erzählen,
- verzögerte Sprachentwicklung im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern.
Diese Auffälligkeiten können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und verändern sich häufig im Laufe der Entwicklung.
Wann sollte eine Abklärung erfolgen?
Viele Eltern hören gut gemeinte Sätze wie:
„Das verwächst sich schon.“
oder
„Jungen sprechen eben später.“
Tatsächlich entwickeln sich Kinder sehr unterschiedlich. Gleichzeitig ist es wichtig, Auffälligkeiten nicht vorschnell als normale Variante einzuordnen.
Eine logopädische Abklärung kann sinnvoll sein, wenn Sie als Eltern das Gefühl haben, dass die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes langsamer verläuft oder wenn Kinderärztinnen, Kinderärzte, Erzieherinnen oder Erzieher Auffälligkeiten beobachten.
Eine frühzeitige Diagnostik bedeutet nicht automatisch, dass eine Therapie notwendig ist. Sie kann jedoch helfen, die Entwicklung Ihres Kindes besser einzuschätzen und gegebenenfalls frühzeitig geeignete Unterstützung einzuleiten.
Myofunktionelle Störungen
Wenn Zunge, Lippen und Schlucken nicht optimal zusammenarbeiten
Eine myofunktionelle Störung betrifft das Zusammenspiel der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich. Dazu gehören unter anderem die Zunge, die Lippen, die Wangen und die Kaumuskulatur.
Diese Muskeln übernehmen wichtige Aufgaben – nicht nur beim Essen und Trinken, sondern auch beim Sprechen, Atmen und Schlucken. Arbeiten sie nicht optimal zusammen, kann sich dies auf verschiedene Bereiche auswirken und unter anderem die Zahn- und Kieferentwicklung beeinflussen.
Viele myofunktionelle Störungen werden erstmals im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung erkannt. Häufig empfehlen Kieferorthopädinnen oder Kieferorthopäden ergänzend eine logopädische Therapie, um ungünstige Bewegungsmuster zu verändern und die kieferorthopädische Behandlung bestmöglich zu unterstützen.
Kurz erklärt
Bei einer myofunktionellen Störung funktionieren bestimmte Bewegungsabläufe im Mund- und Gesichtsbereich nicht so, wie sie physiologisch vorgesehen sind.
Betroffen sein können beispielsweise:
- die Zungenruhelage,
- das Schluckmuster,
- die Lippenfunktion,
- die Mundatmung,
- die Kaubewegungen,
- die Mundmuskulatur,
- die Aussprache einzelner Laute.
Nicht jede Auffälligkeit führt automatisch zu einer behandlungsbedürftigen myofunktionellen Störung. Ob eine Therapie sinnvoll ist, beurteilen wir nach einer sorgfältigen Diagnostik.
Warum ist die Zungenruhelage so wichtig?
Die Zunge ist einer der kräftigsten Muskeln unseres Körpers. Im Ruhezustand sollte sie locker am Gaumen anliegen und nicht dauerhaft gegen oder zwischen die Zähne drücken.
Liegt die Zunge dauerhaft an einer ungünstigen Position, kann dies langfristig Einfluss auf die Entwicklung von Zähnen und Kiefer nehmen.
Deshalb spielt die Zungenruhelage in der logopädischen Therapie eine wichtige Rolle.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihrem Kind physiologische Bewegungsabläufe zu entwickeln und dauerhaft im Alltag zu verankern.
Das Schluckmuster
Ein Mensch schluckt mehrere hundert bis weit über tausend Mal am Tag. Dabei sollte die Muskulatur harmonisch zusammenarbeiten.
Bei einer myofunktionellen Störung kann sich ein ungünstiges Schluckmuster entwickelt haben. Die Zunge drückt beispielsweise gegen oder zwischen die Zähne oder andere Muskelgruppen übernehmen Aufgaben, die physiologisch nicht vorgesehen sind.
Da dieser Bewegungsablauf täglich sehr häufig wiederholt wird, kann er langfristig Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferstellung haben.
Die logopädische Therapie unterstützt dabei, ein funktionelles Schluckmuster zu erarbeiten und dieses schrittweise in den Alltag zu übertragen.
Mögliche Ursachen
Hinweis: Die folgenden Ursachen dienen als Beispiele. Nicht jede myofunktionelle Störung entsteht aus denselben Gründen.
Eine myofunktionelle Störung kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden.
Hierzu gehören beispielsweise:
- anhaltende Mundatmung,
- vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln,
- häufige Infekte der oberen Atemwege,
- langes Daumenlutschen,
- intensiver oder lang andauernder Schnullergebrauch,
- ungünstige Schluckgewohnheiten,
- anatomische Besonderheiten,
- Zahn- oder Kieferfehlstellungen,
- neurologische oder muskuläre Erkrankungen.
Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Mögliche Symptome
Eine myofunktionelle Störung kann sich sehr unterschiedlich zeigen.
Mögliche Hinweise sind:
- dauerhaft geöffneter Mund,
- überwiegende Mundatmung,
- geringe Lippenspannung,
- Zunge zwischen den Zähnen beim Schlucken,
- auffällige Zungenruhelage,
- vermehrter Speichelfluss,
- Schwierigkeiten beim Kauen bestimmter Lebensmittel,
- Lispeln oder andere Ausspracheauffälligkeiten,
- wiederkehrende kieferorthopädische Probleme,
- Zahnfehlstellungen oder offener Biss (je nach Ursache).
Nicht jedes Kind zeigt alle diese Auffälligkeiten. Deshalb betrachten wir immer das Gesamtbild und beziehen vorhandene ärztliche oder kieferorthopädische Befunde in unsere Einschätzung mit ein.
Wann ist eine logopädische Therapie sinnvoll?
Eine logopädische Abklärung kann unter anderem sinnvoll sein,
- wenn Ihr Kind von einer Kieferorthopädin oder einem Kieferorthopäden überwiesen wurde,
- wenn eine auffällige Zungenruhelage beobachtet wird,
- wenn dauerhaft überwiegend durch den Mund geatmet wird,
- wenn ein auffälliges Schluckmuster besteht,
- wenn Zahnfehlstellungen und funktionelle Auffälligkeiten gemeinsam auftreten,
- wenn trotz erfolgreicher kieferorthopädischer Behandlung ungünstige Bewegungsmuster bestehen bleiben.
Eine frühzeitige Therapie kann dazu beitragen, funktionelle Bewegungsabläufe zu verbessern und die kieferorthopädische Behandlung sinnvoll zu begleiten.
Diagnostik bei myofunktionellen Störungen
Eine erfolgreiche Therapie beginnt mit einer sorgfältigen Diagnostik. Denn nicht jede Zahnfehlstellung oder Ausspracheauffälligkeit hat dieselbe Ursache.
Deshalb betrachten wir nicht nur einzelne Symptome, sondern das Zusammenspiel aller am Sprechen, Atmen, Kauen und Schlucken beteiligten Strukturen.
Zu Beginn führen wir ein ausführliches Gespräch mit den Eltern und – je nach Alter – auch mit dem Kind.
Dabei interessieren uns unter anderem:
- Welche Auffälligkeiten wurden beobachtet?
- Besteht bereits eine kieferorthopädische Behandlung oder ist eine solche geplant?
- Liegen HNO-ärztliche Befunde vor?
- Besteht überwiegend Mund- oder Nasenatmung?
- Gab oder gibt es Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch oder Nägelkauen?
- Bestehen Auffälligkeiten beim Essen, Trinken oder Sprechen?
- Welche Ziele wünschen sich Kind und Eltern?
Was beurteilen wir?
Im Rahmen der Diagnostik betrachten wir unter anderem:
- die Zungenruhelage,
- das Schluckmuster,
- die Lippenfunktion,
- den Lippenschluss,
- die Beweglichkeit der Zunge,
- die Beweglichkeit von Lippen und Wangen,
- die Mund- und Nasenatmung,
- die Kaumuskulatur,
- die Aussprache,
- das Zusammenspiel der beteiligten Muskelgruppen.
Bereits vorhandene kieferorthopädische, kinderärztliche oder HNO-ärztliche Befunde beziehen wir selbstverständlich in unsere Diagnostik ein.
Zusammenarbeit mit der Kieferorthopädie
Eine erfolgreiche kieferorthopädische Behandlung endet nicht mit geraden Zähnen.
Ebenso wichtig ist es, dass die Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich ihre Aufgaben dauerhaft physiologisch erfüllt. Nur wenn Zunge, Lippen, Wangen und Schluckmuster harmonisch zusammenarbeiten, können kieferorthopädische Behandlungsergebnisse langfristig stabilisiert werden.
Deshalb arbeiten wir – selbstverständlich mit Ihrem Einverständnis – eng mit den behandelnden Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden zusammen.
Der regelmäßige fachliche Austausch ermöglicht es, therapeutische Maßnahmen und kieferorthopädische Behandlung optimal aufeinander abzustimmen.
Therapie bei myofunktionellen Störungen
Jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit.
Deshalb entwickeln wir gemeinsam einen individuellen Therapieplan.
Je nach Befund können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.
Mögliche Therapieziele sind beispielsweise:
- eine physiologische Zungenruhelage,
- ein funktionelles Schluckmuster,
- ein sicherer Lippenschluss,
- eine überwiegende Nasenatmung, sofern medizinisch möglich,
- eine gute Beweglichkeit von Lippen und Zunge,
- eine harmonische Zusammenarbeit der Mundmuskulatur,
- die Verbesserung der Aussprache, wenn funktionelle Zusammenhänge bestehen.
Die Therapie erfolgt altersgerecht, motivierend und orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten Ihres Kindes.
Schritt für Schritt zum Therapieziel
Myofunktionelle Therapie bedeutet nicht, einzelne Muskeln isoliert zu trainieren.
Vielmehr geht es darum, neue Bewegungsabläufe zu entwickeln und diese dauerhaft im Alltag zu verankern.
Denn entscheidend ist nicht, ob eine Übung in der Therapiesituation gelingt.
Entscheidend ist, dass
- die Zunge auch beim Lesen am Gaumen ruht,
- das Schluckmuster beim Mittagessen automatisch funktioniert,
- der Mund in Ruhe geschlossen bleibt,
- die neuen Bewegungsmuster selbstverständlich werden.
Deshalb begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten Schritt für Schritt auf diesem Weg.
Die Rolle der Eltern
Gerade bei myofunktionellen Störungen spielen die Eltern eine wichtige Rolle.
Nicht, weil sie täglich lange Übungen durchführen sollen.
Sondern weil sie ihr Kind im Alltag begleiten und neue Gewohnheiten unterstützen können.
Deshalb nehmen wir uns Zeit für eine ausführliche Beratung.
Gemeinsam besprechen wir beispielsweise:
- welche Übungen sinnvoll sind,
- wie diese motivierend in den Alltag integriert werden können,
- welche Gewohnheiten verändert werden sollten,
- wie Fortschritte erkannt werden können,
- welche Ziele aktuell im Vordergrund stehen.
Unser Ziel ist es, die Therapie möglichst gut in den Familienalltag zu integrieren, ohne zusätzlichen Druck entstehen zu lassen.
Mundatmung und Nasenatmung
Die Atmung spielt für viele Funktionen im Mund- und Gesichtsbereich eine wichtige Rolle.
Ist die Nasenatmung aus medizinischer Sicht möglich, streben wir im Rahmen der Therapie eine überwiegende Nasenatmung an.
Bestehen jedoch anatomische oder medizinische Ursachen, beispielsweise vergrößerte Rachenmandeln, chronische Nasenatmungsbehinderungen oder andere Erkrankungen, erfolgt zunächst eine entsprechende ärztliche Abklärung.
Deshalb arbeiten wir – wenn erforderlich – eng mit den behandelnden HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzten zusammen.
Habits – Wenn Gewohnheiten die Entwicklung beeinflussen
Bestimmte Gewohnheiten gehören in den ersten Lebensjahren zur normalen Entwicklung.
Bleiben sie jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, können sie Einfluss auf die Entwicklung von Mund, Kiefer und Zähnen nehmen.
Hierzu gehören beispielsweise:
- Daumenlutschen,
- intensiver oder lang andauernder Schnullergebrauch,
- Nägelkauen,
- Kauen auf Gegenständen,
- dauerhaft geöffneter Mund.
Nicht jede dieser Gewohnheiten führt zwangsläufig zu einer behandlungsbedürftigen myofunktionellen Störung.
Im Rahmen unserer Diagnostik beurteilen wir individuell, welche Faktoren im Einzelfall eine Rolle spielen und welche Unterstützung sinnvoll ist.
Häufig gestellte Fragen
Muss mein Kind während einer festen Zahnspange logopädisch behandelt werden?
Nicht grundsätzlich. Bestehen jedoch funktionelle Auffälligkeiten wie eine ungünstige Zungenruhelage oder ein auffälliges Schluckmuster, kann eine begleitende logopädische Therapie sinnvoll sein. Die Entscheidung erfolgt immer individuell und in Abstimmung mit der behandelnden Kieferorthopädie.
Kann eine myofunktionelle Therapie das Ergebnis einer Zahnspange unterstützen?
Ja. Ziel der Therapie ist es, funktionelle Bewegungsabläufe von Zunge, Lippen und Mundmuskulatur zu verbessern. Dadurch können die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich neue Bewegungsmuster langfristig im Alltag etablieren und das kieferorthopädische Behandlungsergebnis unterstützt wird.
Muss mein Kind täglich üben?
Regelmäßiges Üben unterstützt den Therapieerfolg. Entscheidend ist jedoch nicht die Dauer, sondern die Qualität der Übungen und ihre regelmäßige Anwendung im Alltag. Welche Übungen sinnvoll sind und in welchem Umfang sie durchgeführt werden sollten, besprechen wir individuell.
Kann eine falsche Zungenruhelage Zahnfehlstellungen verursachen?
Die Entwicklung von Zahn- und Kieferfehlstellungen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Eine ungünstige Zungenruhelage oder ein auffälliges Schluckmuster können dabei eine Rolle spielen. Deshalb arbeiten wir eng mit Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden zusammen und betrachten immer das individuelle Gesamtbild.
Unser Qualitätsversprechen
Die Behandlung myofunktioneller Störungen erfordert eine sorgfältige Diagnostik, Geduld und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Deshalb legen wir besonderen Wert auf:
- eine individuelle Befunderhebung,
- evidenzbasierte Therapie,
- altersgerechte und motivierende Übungen,
- die enge Zusammenarbeit mit Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden,
- die Einbeziehung der Eltern,
- die Berücksichtigung des gesamten funktionellen Zusammenspiels von Atmung, Mundmotorik, Schlucken und Aussprache.
Unser Ziel ist es, funktionelle Bewegungsabläufe nachhaltig zu verbessern und Kinder auf ihrem Entwicklungsweg langfristig zu begleiten.
Stottern (Kinder)
Etwa 5% der Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren, also im Stadium der schnellen körperlichen, psychischen und sprachlichen Reifung, erleben eine Phase, in der sie stottern. Bei der ganz großen Mehrheit der Kinder ist das ein vorübergehendes Phänomen. Bei etwa einem Prozent der Bevölkerung in Deutschland, also rund 800 000 Menschen, wird daraus ein „echtes“ Stottern. Es handelt sich dabei um Unterbrechungen des Redeflusses in Form von Blockaden, Wiederholungen oder Dehnungen von Silben und Wörtern. Meist ist das Sprechen mit großer Anstrengung, vielfach mit Verkrampfungen des Gesichts oder Mitbewegungen von Kopf, Armen und Oberkörper verbunden. Im Moment der Blockade weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, ist aber nicht fähig, es fließend zu artikulieren. Angst vor der Blockade und der Versuch, das Stottern zu vermeiden, münden schließlich in einen Teufelskreis, der nur mühsam wieder durchbrochen werden kann.
Late Talker – Wenn Kinder später zu sprechen beginnen
Mein Kind spricht noch nicht – Muss ich mir Sorgen machen?
Viele Eltern stellen sich diese Frage.
Während einige Kinder schon früh ganze Sätze sprechen, verwenden andere zunächst nur wenige Wörter oder beginnen deutlich später mit dem Sprechen.
Diese Unterschiede gehören zunächst zur normalen Entwicklung.
Manche Kinder entwickeln Sprache langsamer, holen den Rückstand jedoch im Laufe der Zeit wieder auf. Andere benötigen gezielte Unterstützung.
Kinder, die im Alter von etwa zwei Jahren deutlich weniger Wörter sprechen als gleichaltrige Kinder, werden häufig als Late Talker bezeichnet. Der Begriff bedeutet wörtlich übersetzt „späte Sprecher“.
Ein Late Talker ist zunächst keine Diagnose, sondern beschreibt eine verzögerte Entwicklung der gesprochenen Sprache.
Eine logopädische Diagnostik kann helfen einzuschätzen, ob die Sprachentwicklung beobachtet werden sollte oder ob eine gezielte Förderung sinnvoll ist.
Kurz erklärt
Late Talker sind Kinder,
- die Sprache gut verstehen können oder nur leichte Auffälligkeiten im Sprachverständnis zeigen,
- deren aktiver Wortschatz jedoch deutlich kleiner ist als erwartet,
- die nur wenige oder noch keine Wortkombinationen bilden.
Nicht jedes Kind, das spät spricht, entwickelt später eine Sprachentwicklungsstörung.
Ebenso wichtig ist jedoch, Auffälligkeiten nicht vorschnell abzuwarten.
Deshalb empfiehlt sich bei Unsicherheiten eine frühzeitige Beratung.
Warum sprechen manche Kinder später?
Die Sprachentwicklung wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst.
Nicht immer lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen.
Mögliche Einflussfaktoren können beispielsweise sein:
- familiäre Veranlagung,
- individuelle Entwicklungsunterschiede,
- Hörbeeinträchtigungen,
- Frühgeburtlichkeit,
- allgemeine Entwicklungsverzögerungen,
- neurologische Faktoren.
In vielen Fällen entwickelt sich Sprache langsamer, ohne dass eine einzelne Ursache gefunden wird.
Woran können Eltern einen Late Talker erkennen?
Nicht jedes Kind zeigt dieselben Auffälligkeiten.
Mögliche Hinweise können sein:
- Ihr Kind spricht nur wenige Wörter.
- Es nutzt überwiegend Gestik statt Sprache.
- Es bildet noch keine Wortkombinationen.
- Es versteht viele Situationen gut, spricht aber nur wenig.
- Es zeigt Interesse an Kommunikation, nutzt jedoch nur wenige Wörter.
- Es wirkt frustriert, weil es sich sprachlich noch nicht gut ausdrücken kann.
Diese Merkmale können Hinweise sein, ersetzen jedoch keine individuelle Diagnostik.
Wann sollte eine logopädische Beratung erfolgen?
Viele Eltern hören Sätze wie:
„Das kommt schon noch.“
„Der Papa hat auch erst spät gesprochen.“
„Jungen brauchen einfach länger.“
Manchmal trifft das tatsächlich zu.
Manchmal ist jedoch eine frühzeitige Unterstützung sinnvoll.
Eine logopädische Beratung kann helfen,
- die Sprachentwicklung einzuordnen,
- vorhandene Fähigkeiten zu erkennen,
- mögliche Risikofaktoren einzuschätzen,
- Eltern Sicherheit zu geben,
- gemeinsam über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Nicht jedes Kind benötigt unmittelbar eine Therapie. Manchmal reichen zunächst Beratung, Beobachtung und gezielte Anregungen für den Alltag aus. In anderen Fällen kann eine frühzeitige logopädische Behandlung sinnvoll sein.
Diagnostik in unserer Praxis
Wir nehmen uns Zeit, Ihr Kind kennenzulernen.
Die Diagnostik erfolgt altersgerecht, spielerisch und ohne Leistungsdruck.
Je nach Fragestellung betrachten wir unter anderem:
- Sprachverständnis,
- aktiven Wortschatz,
- Kommunikationsverhalten,
- Spielentwicklung,
- Gestik und Mimik,
- Lautentwicklung,
- allgemeine Sprachentwicklung.
Ergänzend können – je nach Alter und Fragestellung – standardisierte Testverfahren sowie praxiseigene Screenings eingesetzt werden.
Ebenso wichtig ist uns das Gespräch mit den Eltern. Sie erleben ihr Kind jeden Tag und können wertvolle Informationen zur bisherigen Entwicklung geben.
Früh fördern statt unnötig abwarten
Nicht jedes Kind, das spät spricht, benötigt eine logopädische Therapie.
Gleichzeitig zeigt die wissenschaftliche Literatur, dass eine frühzeitige Einschätzung hilfreich sein kann, um Kinder mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf rechtzeitig zu erkennen.
Unser Ziel ist deshalb nicht, möglichst früh eine Therapie zu beginnen, sondern gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, welche Unterstützung Ihr Kind aktuell benötigt.
Manchmal bedeutet dies zunächst Beratung und Beobachtung. Manchmal ist eine gezielte logopädische Therapie der sinnvollste Weg.
Therapie bei Late Talkern
Wenn eine logopädische Therapie empfohlen wird, orientiert sie sich immer am Entwicklungsstand Ihres Kindes.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Wörter oder Übungen, sondern die Freude an Kommunikation und die Förderung der sprachlichen Entwicklung im Alltag.
Die Therapie erfolgt spielerisch und bezieht die Eltern aktiv mit ein.
Gemeinsam entwickeln wir Strategien, wie Sprache ganz selbstverständlich in alltägliche Situationen integriert werden kann.
Eltern sind die wichtigsten Sprachvorbilder
Kein Mensch verbringt so viel Zeit mit einem Kind wie seine Familie.
Deshalb beziehen wir Eltern von Anfang an aktiv in die Therapie ein.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Kind im Alltag sprachlich unterstützen können – ohne zusätzlichen Druck und ohne den Familienalltag in eine Therapiesituation zu verwandeln.
Oft sind es kleine Veränderungen in der Kommunikation, die Kindern neue Möglichkeiten eröffnen, Sprache zu entdecken und selbst anzuwenden.
Häufig gestellte Fragen
Muss jedes Kind, das spät spricht, zur Logopädie?
Nein. Ob eine logopädische Therapie sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. Nach einer sorgfältigen Diagnostik besprechen wir gemeinsam, welche Unterstützung für Ihr Kind geeignet ist.
Kann sich die Sprachentwicklung auch ohne Therapie verbessern?
Ja. Manche Kinder holen ihren sprachlichen Rückstand auf. Andere profitieren von einer gezielten Förderung. Welche Entwicklung zu erwarten ist, lässt sich nur individuell beurteilen.
Soll ich mein Kind ständig zum Sprechen auffordern?
Nein. Häufig ist es hilfreicher, Sprache in alltäglichen Situationen anzubieten und Ihrem Kind Zeit zum Reagieren zu geben. Wir zeigen Ihnen im Rahmen der Beratung, wie Sie die Sprachentwicklung im Alltag unterstützen können.
Unser Qualitätsversprechen
Gerade bei jungen Kindern stehen häufig viele Fragen und Unsicherheiten im Vordergrund.
Deshalb nehmen wir uns Zeit für eine ausführliche Beratung, eine sorgfältige Diagnostik und eine individuelle Einschätzung der sprachlichen Entwicklung.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen den Weg zu finden, der am besten zu Ihrem Kind passt – unabhängig davon, ob zunächst Beobachtung, Beratung oder eine logopädische Therapie sinnvoll ist.
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